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Von der Selbsterkenntnis
Und ein Mann sagte: „Sprich uns von der
Selbsterkenntnis.“
Und er antwortete und sagte:
„Eure Herzen kennen im stillen die Geheimnisse der Tage und
Nächte. Aber eure Ohren dürsten nach den
Klängen des
Wissens in euren Herzen. Ihr wollt in Worten wissen, was ihr in
Gedanken immer gewusst habt. Ihr wollt mit den Händen den
nackten
Körper eurer Träume berühren. Und das ist
gut so. Die
verborgene Quelle eurer Seele muss unbedingt emporsteigen und murmelnd
zum Meer fliessen; Und der Schatz eurer unendlichen Tiefen
möchte
euren Augen offenbart werden. Aber wiegt den unbekannten Schatz nicht
mit Waagschalen. Und erforscht die Tiefen eures Wissens nicht mit
Messstock oder Senkschnur. Denn das Ich ist ein Meer, grenzenlos und
unermesslich. Sagt nicht:"Ich habe die Wahrheit gefunden", sondern
lieber: "Ich habe eine Wahrheit gefunden." Sagt nicht: "Ich habe den
Pfad der Seele gefunden." Sagt lieber: "Ich habe die Seele auf meinem
Pfad wandelnd getroffen." Denn die Seele wandelt auf allen Pfaden. Die
Seele wandelt nicht auf einer Linie, noch wächst sie wie ein
Schilfrohr. Die Seele entfaltet sich wie eine Lotosblume mit zahllosen
Blättern.“
Ein Gedicht aus dem Band "Der Prophet" vom libanesischen Dichter und
Maler, Khalil Gibran. Er wurde 1883 in Becharré (Libanon)
geboren. Seine Jugend verbrachte er in seiner Heimat und in Europa und
den USA. Nachdem er sich in Amerika niedergelassen hatte,
gründete er 1920 in New York die Arabische Literarische
Gesellschaft. 1930 im Exil gestorben, wurde er seinem Wunsch
gemäss in der Nähe seines Geburtsortes beigesetzt.
Vom selben Autor erschienen:
"Der Wanderer", "Jesus Menschensohn", "Gebrochene Flügel",
"Sand und Schaum" u.v.m.
Zwei weitere Grössen der Nah-Ost-Literatur aus dem 20.
Jahrhundert sind:
Rafik Schami ("Märchen aus Malula") und Ghassan Kanafani ("Das
Land der traurigen Orangen"). Auch ein Buch für
Träumer/innen ist im Unionsverlag erschienen:
"Löwengleich und Mondenschön –Orientalische
Frauenmärchen".
LIBANON: kleine Einführung
An der östlichen Mittelmeerküste erstreckt sich als
schmaler, nur 30 bis 100 Kilometer breiter Streifen, der Staat Libanon.
Das Gebiet macht nur etwa ein Drittel der Fläche der Schweiz
aus und grenzt im Norden und Osten an Syrien und im Süden an
Palästina. Der ganze Westen liegt mit wunderschönen
Stränden am Mittelmeer. 60% des Landes sind Gebirgslandschaft.
Die Gipfel der dichtbewaldeten, von fruchtbarer Erde bedeckten
Berghänge, sind von Dezember bis Juni schneebedeckt. Die
Küstenebenen und Bergtäler verdanken ihren
vegetativen Reichtum den vielen kleinen Bergflüssen, die sie
das ganze Jahr über mit Wasser versorgen. Die wichtigsten
Gebirge sind nördlich von Tripoli, das bis zu 3'083 m hohe
Libanongebirge und das Antilibanon, das im Osten die Grenze zu Syrien
bildet. In diesen Anhöhen findet man auch die
berühmten Libanonzedern, leider in immer geringerer Zahl.
Diese Bäume sind Symbol für Heiligkeit, Ewigkeit und
Frieden und bestimmt deshalb auf der libanesischen Nationalflagge
abgebildet.
Die meisten Libanesen sind arabischer Abstammung und Muslime, darunter
Schiiten, Sunniten und Drusen. Die wirtschaftlich einflussreiche
christliche Minderheit besteht aus Maroniten, griech.-orth,
griech.-kath. und Armeniern.
Die etwa 300'000 palästinensichen Flüchtlinge
mitgezählt, leben etwa 4 Millionen Menschen in Libanon, davon
etwa
87% in den Städten. Staatssprache ist Arabisch. In den Schulen
wird aber auch Französisch und Englisch gelehrt. Dies erinnert
an
die geschichtlichen Querelen von Frankreich und England im Libanon.
1926 wurde zwar offiziell die Republik ausgerufen aber das Gebiet blieb
französisches Protektorat. 1941 besetzten britische Truppen
das
Land, und es kam zur Auseinandersetzung mit Frankreich. 1944 gab
Frankreich das Mandat zurück und britische und
französische
Truppen zogen sich zurück, Libanon wurde endlich
unabhängig.
Im 1975 ausgebrochenen Bürgerkrieg kämpfen
christliche
Milizen und linke Moslem-Gruppierungen um die Vorherschaft im Land. In
dieser Zeit erreichen auch eine grosse Zahl von
palästinensischen
Flüchtlingen das Land, welche im Jahr 1982 den Vorwand
für
den Einmarsch israelischer Truppen im
Libanon liefern. 1990/91 kommt es zum Ende des Bürgerkrieges
und die zweite Republik wird ausgerufen. Militärische
Auseinandersetzungen beschränken sich fortan auf dem von
Israel besetzten Süden. Seither wird versucht, das Land wieder
aufzubauen und ausländische Touristen und Investoren
anzulocken, um wieder an die Glanzzeiten anzuknüpfen, als
Libanon die Schweiz des Nahen Osten genannt wurde und Beirut das Paris
des Nahen Osten repräsentierte.
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für alle die gerne kochen, empfehlen wir das Buch:
"Libanesische Küche"
von Susan Ward.
- Libanon-Interessierte finden im Netz unter: www.worldnews.com
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rue des Paguis 4bis, 1201 Genf, Tel 022 7388938 Fax 022
7388937
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